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Tote Prostituierte in Zürich - Mord oder vorsätzliche Tötung?

Das Bezirksgericht Zürich hat heute entschieden: Die Tötung einer Prostituierten im Jahre 2014 im Hotel Dolder in Zürich war in strafrechtlicher Hinsicht ein Mord. Die NZZ berichtete.

Was aber ist genau der Unterschied zwischen vorsätzlicher Tötung und Mord? Art. 111 StGB erfasst die vorsätzliche Tötung und beschreibt den Grundtatbestand. Dieser kommt zur Anwendung wenn keine der besonderen Voraussetzung der nachfolgenden Bestimmungen im Strafgesetzbuch zutrifft. Handelt der Täter besonders skrupellos, d.h. sind z.B. sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung besonders verwerflich, so liegt ein Mord vor. Damit geht eine höhere Strafe einher, d.h. lebenslängliche Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren (Art. 112 StGB).

Dem Beschuldigten wurde zum Verhängnis, dass er einen grossen, leeren Koffer im Auto mitführte, als er das spätere Opfer traf und ein verfrühter Check-in im Hotel. Gemäss Gericht deute das auf eine sorgfältige Planung und eine klare Tötungsabsicht (skrupellose Art der Ausführung). Ausserdem habe der Beschuldigte widersprüchliche, teils abstruse Aussagen getätigt.

Eines ist klar: Der Grat zwischen vorsätzlicher Tötung und Mord ist schmal. Fatal, wenn man die Folgen bei der Strafzumessung bedenkt. Was das Aussageverhalten anbelangt, so ist es manchmal besser zu schweigen, als sich um Kopf und Kragen zu reden.

Der Beschuldigte kann nun innert 10 Tagen die Berufung anmelden und nach Vorliegen der schriftlichen Urteilsbegründung innert 20 Tagen Berufung beim Obergericht des Kantons Zürich einreichen.

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